Menü
Shiba Inu

Rassecheck: Typisch Shiba Inu?

Shiba Inu Blumen

“Oh, sieht ja aus wie ein kleiner Fuchs” – das ist ein Satz, den wohl jeder Shiba Inu-Besitzer ziemlich häufig in seinem Leben mit Hund hören wird. Aber abgesehen von dem fuchsartigen Aussehen – was ist eigentlich noch so typisch für den Shiba Inu? Und treffen diese Eigenarten auch auf Lotte zu?

Rassecheck – ist Lotte “typisch Shiba”?

Schaut man sich unterschiedliche Rasseprofile an, tauchen vor allem ein paar Schlagworte immer wieder auf – dazu gehören eigensinnig und schlau, aber auch der berühmt-berüchtigte Jagdtrieb. Für einen sehr guten Überblick über die Rasse Shiba Inu kann ich das Buch Shiba: Der kleine Japaner mit dem großen Lächeln sehr empfehlen.

Der Shiba ist eine Dramaqueen

Der Shiba Inu ist ein sehr unabhängiger Hund, der auch großen Wert auf eben diese Unabhängigkeit legt. Das macht sich recht schnell bemerkbar, wenn man versucht, einem Shiba beispielsweise ein Geschirr anzuziehen. Die häufigste Reaktion wird wohl die Flucht nach hinten sein, denn eine derartige “Freiheitsberaubung” ist nichts für den kleinen Fuchs. 😀 Zur kleinen Dramaqueen mutiert Lotte bei Themen wie Pfotenpflege, Ohren sauber machen oder Krallen schneiden. Als Lotte noch jünger war, hat sie die gesamte Wohnung zusammen geschrieen (jeder Shiba-Besitzer kennt den “Shiba-Schrei”), wenn man ihr die Pfoten eingecremt hat. In diesem Sinne: Ja, ein Shiba liebt das Drama.

Aber es ist auch tatsächlich einfach eine Sache der Gewöhnung und – ganz wichtig beim Shiba – des Vertrauens. Mittlerweile findet Lotte Pfoten eincremen oder Krallen kürzen immer noch nicht super, aber sie lässt es über sich ergehen und traut mir zu, dass ich nur das Beste für sie will. Auch beim Tierarzt ist das Drama nicht mehr so groß wie es mal war. Wobei ich es super wichtig finde, dass man einen guten Tierarzt findet, der auch mit einem Shiba und dem Hang zur Dramatik klar kommt. Lotte hat übrigens noch nie nach einem Tierarzt geschnappt, sie gibt nur lautstark ihren Unmut kund und zappelt gerne sehr gerne rum.

Wenn Lotte tatsächlich mal eine Verletzung hat, ist sie übrigens überhaupt nicht dramatisch. In einem unserer Wanderurlaube hat sich Lotte zu Beginn eine Kralle beim Flitzen halb gezogen. Nachdem alles versorgt war, ist Lotte den ganzen Urlaub ohne einmal zu Murren weiter mit uns unterwegs gewesen. Kein Drama in Sicht.

Shiba Inu Rasseprofil

Der Shiba ist ein Jäger

Der Shiba wurde ursprünglich zur Jagd auf Vögel und Kleinwild eingesetzt, die Rasse verfügt über einen ausgeprägten Jagdtrieb. Daher kommt auch die Annahme, dass ein Shiba niemals ohne Leine laufen kann.

Auch Lotte ist eine richtige Jägerin, sie ist super aufmerksam, hört und sieht jedes Rascheln im Busch und nicht selten müssen wir auf Spaziergängen erstmal stehen bleiben, damit Lotte ihre Umgebung beobachten kann. Tatsächlich kenne ich meines Wissens keinen Shiba, der immer ohne Leine läuft. Auch Lotte ist die meiste Zeit an einer Leine oder einer langen Schleppleine. Vor allem in unbekannten Gebieten oder in welchen, in denen Wild, Katzen oder Co. unterwegs sind, lasse ich Lotte nicht frei laufen. Zu groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie etwas in die Nase bekommt und erstmal abhaut.

Das Rückruftraining ist beim Shiba etwas, was einen das ganze Hundeleben lang begleitet. Aber mit viel konsequentem, aber liebevollen Training ist es durchaus möglich, den Shiba auch frei laufen zu lassen. Ich entscheide immer je nach Tagesform, ob Lotte ein bisschen ohne Leine flitzen darf. Es gibt Tage, an denen hört sie perfekt und ist absolut auf mich fixiert, an anderen Tagen hat sie Tomaten auf den Ohren. Wichtig ist, seinen eigenen Hund gut zu kennen und zu lernen, ihn einzuschätzen.

Der Shiba ist schlau und unerziehbar

Shibas sind wirklich schlaue Hunde – schlaue Füchse sozusagen. Das ist Segen und Fluch zugleich. Denn ein Shiba ist sehr wohl erziehbar, wenn man die richtige Strategie findet. Härte bringt beim Shiba tendenziell nichts, wahrscheinlich erreicht man sogar eher das Gegenteil von dem, was man möchte. Um den Shiba zu erziehen braucht man auf jeden Fall das Vertrauen des Hundes – und das verspielt man sich mit einer “harten Hand”.

Man sollte sich schnell daran gewöhnen, dass der Shiba seinen eigenen Kopf hat und genau überlegt, ob er ein Kommando ausführen möchte oder nicht. Denn ein Shiba lernt super schnell, ob er das Gelernte auch umsetzt, entscheidet er aber situationsbedingt selbst. Vom “will-to-please” muss man sich beim Shiba auf jeden Fall verabschieden, sowas kennt die Rasse nicht. 😀

Am besten fährt man wahrscheinlich mit “liebevoller Konsequenz”. Denn auf der Nase rumtanzen lassen sollte man sich auch nicht, das merkt sich der Shiba ganz genau.

Eben weil der Shiba so schlau ist, spielt nicht nur die körperliche, sondern auch die Kopfauslastung eine riesige Rolle. Lotte merkt man sofort an, wenn sie längere Zeit nicht ihren Kopf anstrengen musste. Dann meckert sie gerne lautstark, ist unruhiger und als junger Hund hat sie auch gerne Quatsch angestellt.

Um Lottes Köpfchen auszulasten trainiere ich super gerne Tricks mit ihr, lasse sie den Dummy suchen oder verstecke Snacks im Schnüffelteppich. Das lässt sich super gut in den eigenen vier Wänden machen, so können beispielsweise auch Regentage oder zu warme Tage “überbrückt” werden. 🙂

Shiba Inu ausgeglichen

Der Shiba bellt nicht

Ein Shiba ist im Normalfall kein grundlos kläffender Hund. Allerdings ist er sehr wachsam und zeigt durchaus an, wenn er etwas (seiner Meinung nach) Beunruhigendes wahrnimmt. Lotte sitzt beispielsweise gerne an der Balkontür und zeigt an, sobald ein Hund vorbeikommt. Manchmal besteht dieses Anzeigen nur aus einem kurzen Bellen, ab und zu steigert sie sich in das Bellen aber auch richtig rein und muss dann von ihrem Wachplatz verwiesen werden. Ansonsten ist Lotte in den eigenen vier Wänden aber total leise, auch beim Klingeln schlägt sie beispielsweise nicht an.

Allerdings sind Shibas durchaus kommunikative Hunde. Wenn ihnen etwas nicht passt, tun sie das sehr gerne durch Motzen und Jammern kund. Wenn ich Lotte auf ihr Körbchen schicke und sie das in diesem Moment unfair findet, dann teilt sie mir das sehr gerne mit. In Fällen wie diesen heißt es: Ohren auf Durchzug stellen und nicht nachgeben. 😀

Der Shiba ist zurückhaltend

Lotte ist ein ängstlicher Hund, vor allem mit fremden Menschen kann sie eigentlich gar nichts anfangen. Daher ist sie oft wirklich eher zurückhaltend. Wenn Fremde sie anfassen wollen, tritt sie meistens direkt den Rückzug an. Ganz anders ist es, wenn sie jemanden kennt und mag – dann ist die Freude beim Wiedersehen riesig und unbändig.

Ähnlich ist es übrigens auch bei anderen Hunden. Auf Distanz findet sie erstmal alle Hunde interessant, aber die meisten sind ihr nicht mehr geheuer, sobald sie ihr zu nahe kommen. Den meisten Hunden macht sie direkt eine Ansage und zeigt sich von ihrer dominanten Seite. Wenn sie einen Hund besser kennt, freut sie sich allerdings riesig.

Der Shiba ist ein treuer Begleiter

Wenn man das Herz des Shibas gewonnen hat, dann hat man einen wirklich treuen und lustigen Begleiter an seiner Seite. Lotte bringt mich jeden Tag mit ihrer frechen Art zum Lachen. Es gibt nichts schöneres als nach Hause zu kommen und Lotte kommt schwanzwedelnd auf mich zugelaufen. Und kein Morgen ist schlecht, wenn Lotte erstmal eine Runde vorbei kommt, um sich den Kopf kraulen zu lassen.

Ein Shiba ist auf jeden Fall eine Herausforderung. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nie an Lottes Dickkopf oder ihrem Jagdtrieb verzweifelt bin. Noch immer funktioniert nicht alles perfekt – und das wird es vielleicht auch nie. Aber man sollte generell – egal welche Rasse – nie vergessen, dass kein Hund perfekt sein muss. Wir selbst sind es ja auch nicht. Das Wichtigste ist, das Lotte für mich der perfekte Begleiter ist. 🙂

No Comments

    Leave a Reply